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Sport
auf Rezept - Aktivitäten deutscher
Herzgruppen
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ein kostenloser, werbender Service für Ärzte
und Patienten von
sanofi-aventis
Sport
auf Rezept - Aktivitäten deutscher Herzgruppen
Rauchen und fettreiche Kost, vorwiegend sitzende
Tätigkeiten und Stress - die typischen
Arbeits- und Lebensgewohnheiten in den westlichen
Industrieländern belasten das Herz- und
Gefäßsystem, nicht selten mit tödlichen
Folgen. Jeder zweite Todesfall geht hier auf
kardiovaskuläre Erkrankungen zurück.
So verzeichnete das Statistische Bundesamt
2004 deutschlandweit über 368.472 kardiovaskulär
bedingte Todesfälle, davon 61.763 durch
einen Myokardinfarkt.
Der Herzinfarkt trifft zunehmend Jüngere
und Frauen. Rund 20 Prozent der Betroffenen
überlebt ihn nicht. Wer das Ereignis
übersteht, dessen körperliche Leistungsfähigkeit
kann sich erheblich reduzieren. Dies macht
häufig eine radikale Umstellung der Lebensgewohnheiten
nötig, denn das Risiko, an den Folgen
des Infarkts zu sterben, bleibt hoch: Jeder
achte Herzpatient erliegt ihnen innerhalb
eines Jahres. Und die Überlebenschancen
sinken weiter mit jedem Reinfarkt.
Angesichts
dieser alarmierenden Zeichen wird die Forderung
von Betroffenen und Behandelnden laut, dass
eine langzeitliche, unter Umständen lebenslange
Rehabilitation von herzkranken Patienten nach
den ersten beiden, von der WHO empfohlenen,
Rehabilitationsphasen
ermöglicht und gefördert werden
müsse, um die Risiken der Herzpatienten
nachhaltig zu senken.
Herzkranke
langfristig zu betreuen und sie darin zu bestärken,
die Verantwortung für die eigene Gesundheit
zu übernehmen - diesem Ziel
haben sich Herzgruppen verschrieben.
Die wohnortnahen Einrichtungen, die unter
ärztlicher Leitung stehen, sorgen für
eine Reduzierung der Folgeschäden, indem
sie gezielte Bewegungstherapien mit verhaltensmedizinischen
Maßnahmen kombinieren. Träger der
Herzgruppen sind Landesorganisationen, die
unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft
für Prävention und Rehabilitation
von Herz-Kreislauferkrankungen e. V. (DGPR)
vereint sind.
Die
erste Herzgruppe in Deutschland gründete
sich auf dem Konzept, durch körperliche
Aktivität die Leistungsfähigkeit
nach einem Infarkt wieder langsam zu steigern.
In Hamburg trafen sich bereits 1969 Infarkt-Patienten
nach der Entlassung aus der Rehabilitationsklinik
zu einmal wöchentlich stattfindenden
Sportstunden unter fachlicher Anleitung. Die
Idee wurde bald kopiert und führte bundesweit
zu Initiativen nach dem Hamburger Modell.
Inzwischen gibt es in jedem Bundesland Landesverbände
(siehe Organisation,
die die Arbeit der Herzgruppen unterstützen,
Neugründungen fördern und Interessierte
über die Herzgruppenaktivitäten
informieren.
Heute
gibt es nach den neuesten Erhebungen (Dez.
2005) deutschlandweit 6.599 Herzgruppen, in
denen ca. 120.000 Patienten "bewegt"
werden. Somit hat sich die Anzahl der Herzgruppen
allein in den letzten 15 Jahren mehr als verdreifacht.
Wichtiger als die absoluten Zahlen ist allerdings
die flächendeckende Betreuung von Koronarpatienten:
Die DGPR strebt an, eine Herzgruppe für
jeweils 12.000 Einwohner, entsprechend 8,3
Herzgruppen pro 100.000 Einwohner zu etablieren,
um eine bedarfsgerechte Versorgung zu gewährleisten.
Der Bundesdurchschnitt liegt zur Zeit bei
8,0 Herzgruppen pro 100.000 Einwohner , während
einige Bundesländer (Hessen, Berlin,
Saarland, Hamburg, NRW, Rheinland-Pfalz) das
Wunschziel bereits erreicht haben.
Aufgrund
dieser guten Versorgungslage kann fast jeder
Arzt, der mit Herzkranken zu tun hat, diese
Möglichkeit des sanften Sports in die
Therapie miteinbeziehen und den Patienten
an eine nahe gelegene Gruppe verweisen. Auch
Erkrankte im hohen Alter sollten zu einer
Teilnahme ermuntert werden. Wichtig ist, den
Patienten darauf hinzuweisen, dass nur langfristiges
konsequentes Training das Risikoprofil entscheidend
verändert (siehe
Studie).
Herzgruppen
sind definitionsgemäß keine Selbsthilfe-Gruppen.
Im Unterschied zu den von Betroffenen selbst
gegründeten Gemeinschaften wird die auf
die individuelle Leistungsfähigkeit jedes
Patienten abgestimmte Bewegungstherapie in
Herzgruppen vom Hausarzt verordnet und überwacht.
Gewöhnlich besteht jede Herzgruppe aus
maximal 20 Herzpatienten, einem kardiologisch
erfahrenen Arzt und einem speziell für
Herzgruppensport ausgebildeten Übungsleiter.
Um
ein möglichst umfassendes Nachsorgeprogramm
anzubieten, greift man in vielen Herzgruppen
auch auf das Wissen von Psychologen und Ernährungsberatern
zurück. Die körperliche Bewegung
bildet zwar den Schwerpunkt der Therapieinhalte
- ein Großteil der Zeit entfällt
auf Aufwärm- und Ausdauerübungen,
Gymnastik und Spiele. Daneben finden aber
auch Vorträge und Diätberatungen,
Entspannungsübungen und Gruppengespräche
statt. Mit der Integration weiterer Maßnahmen
zur Sekundärprävention wandelte
sich auch die Namensgebung dieser Gemeinschaften:
Die anfänglich so bezeichneten "Koronarsportgruppen"
werden seit Dezember 1999 Jahr offiziell "Herzgruppen"
genannt.
Voraussetzung
für die Teilnahme eines Risikopatienten
an einer Herzgruppe ist die Verordnung des
Bewegungsprogramms durch den Hausarzt, deren
Bestätigung durch die Krankenkasse sowie
die Vorlage eines Arztberichts zum Krankheitsprofil
des Patienten.
Die
Arbeit der Herzgruppen kommt den Plänen
der Gesundheitsreformer entgegen, die eine
stärkere Förderung von Präventionsmaßnahmen
zur Reduzierung der Heilbehandlungskosten
vorsehen. Die Reformer fordern aber auch eine
stärkere Evaluation der Effizienz von
medizinischen Maßnahmen durch Qualitätsprüfungen.
Aus diesem Grund und auch um der Kritik von
anderen Stellen und Institutionen zu begegnen,
die die Wirksamkeit der Leistungen der Herzgruppen
in Zweifel gezogen hatten, gab es in den letzten
Jahren vermehrt Studien, die den Effizienznachweis
der Arbeit von Herzgruppen erbringen sollten.
Die Ergebnisse liefern Belege dafür,
dass die Teilnahme an Herzgruppen die zu Herz-/Kreislauferkrankungen
führenden Risikofaktoren positiv beeinflusst
und die Sterblichkeitsrate senkt. Trotz methodischer
Defizite (vielfach fehlen Kontrollgruppen)
ist aus den Untersuchungen ersichtlich, dass
die Teilnahme an Herzgruppen die Risiken eines
Reinfarkts um 20 bis 30 Prozent reduzieren
kann, und somit in der Wirksamkeit einer medikamentösen
Behandlung mit beispielsweise Betarezeptorenblockern
oder ACE-Hemmern vergleichbar ist.
Eine
weitere Maßnahme, um die Wirksamkeit
der Teilnahme an einer Herzgruppe qualitativ
messbar zu machen, sind die Erarbeitung von
Qualitätskriterien. So haben einige Bundesländer
Qualitätsstandards für Herzgruppen
erarbeitet (z. B. Rheinland-Pfalz). Darin
wird beispielsweise auf die Notwendigkeit
der Präsenz eines kardiologisch erfahrenen
Arztes während der Übungsstunden
hingewiesen. Der Arzt ist für die Auswahl
der Patienten und deren Einstufung in die
jeweiligen Belastungsstufen zuständig.
Deshalb muss er für die Betreuung der
Sportgruppen adäquat vorbereitet sein.
Im
Unterschied zu den in Herzgruppen tätigen
Sporttherapeuten, die alle zwei Jahre eine
Fortbildung absolvieren müssen, um ihre
Übungsleiterlizenz verlängern zu
können, wird der Einsatz als Herzgruppenbetreuer
für Ärzte an keine zwingenden Bedingungen
geknüpft. Die DGPR empfiehlt in ihren
Qualitätskriterien ausreichende Kenntnisse
auf dem Gebiet der kardiovaskulären Krankheiten,
der ambulanten und klinischen Rehabilitationsmaßnahmen
sowie notfallmedizinisches Wissen, um bei
Zwischenfällen in den Trainingsstunden
die lebensnotwendigen Schritte einleiten zu
können. Hier bieten beispielsweise einige
Landesorganisationen bei Bedarf Weiterbildungskurse
in Herzgruppen an, die den Arzt in den Grundlagen
der Herz-Kreislaufmedizin und der Sportmedizin
schulen sowie pädagogisch-didaktische,
rechtliche und organisatorische Inhalte vermitteln.
So
vielfältig die Landesvereinigungen in
ihren Programmen und Inhalten sind, so unterschiedlich
präsentieren sie sich auch nach außen.
Die Organisationen der einzelnen Bundesländer
geben jeweils eigene Publikationen heraus,
die über ihre regionalen Aktivitäten
berichten, und nur einige stellen sich bislang
im Internet vor. Über die Homepage der
DGPR www.dgpr.de werden Interessenten zur
Zeit per Direktlink zu den Webseiten der im
Internet vertretenen Landesverbände weitergeleitet.
Nicht
nur für die Patienten bieten die Landesorganisationen
Informationsschriften an. Auch Ärzte
können fachgruppenspezifische Blätter
beziehen. So gibt der Landesverband Rheinland-Pfalz
neben einer für Patienten konzipierten
Zeitschrift "Herz-Journal" auch
ein Informationsblatt für Ärzte
und Herzgruppentherapeuten namens "Herz-Echo"
heraus. Im Landesverband Baden-Württemberg
erscheint die Informationsschrift für
Ärzte und Übungsleiter "Herz
im Takt", kurz "HIT". Die Broschüre
ist nur online verfügbar und kann als
PDF-Datei auf der Homepage der Landesgruppe
heruntergeladen werden.
Das
Programm der Herzgruppen leistet einen wesentlichen
Beitrag zur Sekundärprävention.
Dennoch werden in den meisten Herzgruppen
noch vorwiegend Bewegungstherapien angeboten,
die aber nur einen Teil der Risikofaktoren
bekämpfen. So ist es weiterhin ein langfristiges
Ziel der Landesverbände, in jeder Nachsorgegruppe
auch Aspekte wie Ernährungsverhalten
und medikamentöse Behandlung sowie die
psychische Befindlichkeit der Patienten zu
behandeln. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz
können die Herzgruppen ihre Effizienz
erhöhen - und sich weiterhin der finanziellen
Unterstützung durch die Krankenkassen
sicher sein.
[Aus
den anfänglich so bezeichneten "Koronarsportgruppen"
entwickelten sich die ambulanten Herzsportgruppen,
die seit Dezember 1999 offiziell "Herzgruppen"
genannt werden:
Flexibilisierung
der Reha-Phasen: Rehakliniken richten zunehmend
(in größeren Städten bereits
der Fall) ambulante Rehazentren neben teilstationären
Rehakliniken ein. Sie übernahmen die
Funktion der Herzgruppe als einzige ambulante
Nachsorgeform.
Gesundheitsreform: Leistungsträger (Krankenkassen)
verlangen zunehmende Qualitätssicherung
in den Herzgruppen, um Wirtschaftlichkeit
zu garantieren => Forderung, neben Sport
und Bewegungstherapien auch weitere Aspekte
der Sekundärprävention zu berücksichtigen.
Selbsthilfegruppen
für Patienten

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